Wissenschaft

Klassische Medizin

24.03.2013

Herzerkrankung und Schlaganfall

Herzerkrankung und Schlaganfall:
Handout mit den wichtigsten Ergebnissen und Recherchequellen
1. Die Ausgangslage:
 Mindestens 20% der Schlaganfälle werden durch Blutgerinnsel aus dem Herzen verursacht.
 Männer und Frauen sind etwa gleich häufig betroffen.
 Vorhofflimmern ist eine Art "Abnutzungserscheinung" des Herzmuskels, der lebenslang Pumparbeit leistet.
 Es tritt umso häufiger auf, je älter ein Patient ist.
 Häufig beginnt Vorhofflimmern mit kürzeren Phasen, die von selbst wieder enden.
 Mit der Zeit dauern diese Phasen meist immer länger an bzw. gehen in permanentes Vorhofflimmern über.
 Vorhofflimmern tritt häufig bei Menschen mit Bluthochdruck auf und kann durch die Therapie des Hochdrucks gebessert werden.
2. Der Mechanismus der Gerinnselbildung
 Der unregelmäßige Herzrhythmus bei Vorhofflimmern vermindert die Effizienz, mit der das Blut aus den Vorhöfen in die Herzkammern gepumpt wird.
 Blutgerinnsel entstehen dadurch, dass das Blut bei Vorhofflimmern zu langsam durch die Vorhöfe fließt und sich dort absetzen kann.
 Die Blutgerinnsel werden durch die linke Herzkammer über Körperschlagader (Aorta) und die Halsschlagader mit dem Blutstrom direkt ins Gehirn transportiert.
 Die aufsteigenden Blutgerinnsel bleiben in der sich verzweigenden Blutstrombahn stecken und verstopfen dort eine Hirn-Ader.
 Die durch diese Ader versorgten Gehirnregionen werden von der Blutversorgung abrupt abgeschnitten. Ohne schnelle Hilfe kommt es zum Absterben der Gehirnregion – Diagnose: Schlaganfall.
 Die Gerinnsel können das Volumen einer Fingerkuppe haben.
 Der körpereigene Auflösungsmechanismus (Lyse) kann kleinere Gerinnsel selbst wieder abbauen.
3. Die Möglichkeiten der Diagnose
 Die Diagnose: Woran Patient und Arzt merken, dass Vorhofflimmern vorliegt:
- Beschreibungen des Patienten über ein „stolperndes Herz“, Herzrasen, Druck auf dem Brustbein, Atemnot, nachlassende körperliche Belastbarkeit, oft auch begleitende Angstzustände
- EKG bei permanentem Vorhofflimmern, Langzeit-EKG oder Übertragung per Tele-EKG bei nur passageren Symptomen
Wichtig: Die Beschwerden bei Vorhofflimmern werden als neu, ungewohnt, bisher nie dagewesen beschrieben!
 Tipp der Mediziner für Patienten: Bei solchen Symptomen immer sofort zum Arzt gehen und immer eine sorgfältige Untersuchung durchführen lassen
 Bei Blutdruckselbstmessung mit Hausgerät oder in der Apotheke: Ist der Herzschlag regelmäßig und gleichmäßig laut? Wenn nicht, sollte der Arzt aufgesucht werden. Denn es könnte ein Symptom sein, das auf Vorhofflimmern hinweist.
4. Weitere Erkenntnisse über das Risiko von Vorhofflimmern und Schlaganfall
 Das Schlaganfallrisiko ist unabhängig von Häufigkeit und Dauer des Vorhofflimmerns
 Das bedeutet für Betroffene: Jedes Anzeichen – auch wenn es selten auftritt – ist unbedingt ernst zu nehmen
 Jedes Vorhofflimmern kann einen Schlaganfall auslösen
 Nach Alkoholgenuss oder beim Rauchen einer Zigarette scheint das Risiko erhöht zu sein, dass bei Menschen mit Vorhofflimmern ein Schlaganfall auftritt.
 Noch ist die Dunkelziffer der Schlaganfälle, die durch Vorhofflimmern ausgelöst wurden, sehr hoch.
5. Die sechs wichtigsten Themen mit Titel- und Motto-Vorschlägen
Oberzeile: Das unbekannte Risiko für Schlaganfall:
Titelzeile: Vorsicht, Vorhofflimmern
Vorspann: Was nur wenige Patienten wussten, ist nun Gewissheit: Fast jeder vierte Schlaganfall wird durch Vorhofflimmern verursacht. Welche Folgen hat das für die Vorbeugung beim Schlaganfall?
Oberzeile: Die Herzkrankheit, die keiner kennt
Titelzeile: Was Vorhofflimmern alles anrichtet
Vorspann: Von dieser Krankheit nie gehört? Das sollten Sie aber. Denn Vorhofflimmern kann gefährliche Folgen haben. Welche, verrät ihnen unser Beitrag
Oberzeile: Warnzeichen, die sie kennen sollten
Titelzeile: So erkennen Sie Vorhofflimmern
Vorspann: Welche Warnzeichen die gefährliche Herzkrankheit hat. Und warum Sie sich rasch behandeln lassen sollten
Oberzeile: Welche Therapie hilft bei Vorhofflimmern?
Titelzeile: Schlaganfall: Richtig vorbeugen!
Vorspann: Vorhofflimmern selbst ist kaum zu behandeln. Was kann man aber tun, um der Gefahr eines Schlaganfalles durch diese Herzkrankheit zu begegnen?
Oberzeile: Blutverdünnung bei Vorhofflimmern
Titelzeile: Das schützt vor Schlaganfall
Vorspann: Ein Viertel aller Schlaganfälle entstehen durch Vorhofflimmern. Oft ist Blutverdünnung die einzige Therapie. Alles über ihre Chancen und Risiken
Oberzeile: Blutverdünnung bei Vorhofflimmern
Titelzeile: Was gegen Schlaganfall am besten hilft
Vorspann: Es gibt verschiedene Medikamente zur Blutverdünnung. Doch nicht jedes eignet sich für jeden Patienten. Lesen Sie hier, welche Mittel für verschiedene Patienten die richtigen sind.
6. Die Behandlung zum Schutz vor dem Schlaganfall bei Vorhofflimmern
 70% der Patienten, die wegen Vorhofflimmern einen Schlaganfall erleiden, bleiben langfristig schwerbehindert oder sterben.
 Nur jeder dritte Patient mit Vorhofflimmern, der von einer Behandlung mit gerinnungshemmenden Medikamenten Nutzen hätte, erhält diese tatsächlich.
 Medikamente zur Gerinnungshemmung haben wie alle Arzneimittel ein für und wider: Die offiziellen Leitlinien für Ärzte zur Behandlung bei Vorhofflimmern besagen aber eindeutig, dass Gerinnungshemmer dem Patienten viel mehr Nutzen bringen als sie Risiken bergen.
 Bei manchen Patienten bestehen schwerwiegende Vorurteile gegenüber der Blutgerinnungshemmer-Therapie. Diese beziehen sich vor allem auf die komplizierte Anwendung und das Gerücht der „Giftigkeit“ der alten Präparate (Vitamin-K-Antagonisten, allgemein bekannt ist hier das Medikament Marcumar)
 Die größte Gefahr, wenn Gerinnungshemmer eingenommen werden, sind Blutungen im Gehirn als Folge .
 Achtung: Die Gabe von Acetylsalicylsäure (bekannt als Aspirin) bietet im Gegensatz zur landläufigen Laien-Meinung keinen Schutz vor dem Schlaganfall bei Vorhofflimmern!
 Untersuchungen zeigen: Gefährliche Blutungen im Gewebe sind relativ unwahrscheinlich, auch bei den klassischen Vitamin-K-Antagonisten, wenn die Präparate genau nach Vorschrift eingenommen werden und die Gerinnungswerte im Blut regelmäßig überwacht werden (beim Arzt oder durch Selbstkontrolle)
 Das Risiko ist nach jüngeren Untersuchungen 10:1 von Schlaganfall zu Einblutung: Daher sollte bei Vorhofflimmern immer ein Gerinnungshemmer eingesetzt werden
 Die Erkenntnisse zeigen: Bei richtiger Dosierung und Anwendung sowie bei gut informierten Patienten, die auch die Überwachung lückenlos einhalten, ist eine Therapie mit den klassischen Vitamin-K-Antagonisten sicher.
 Mit den Gerinnungshemmern der neuen Generation wird die Gefahr von gefährlichen Hirn-Blutungen um etwa die Hälfte vermindert.
 Die Therapie mit den neuen Gerinnungshemmern ist einfacher, es ist keine Kontrolle der Gerinnungswerte mehr nötig.
 Die neuen Gerinnungshemmer sind aber vergleichsweise teuer und können deshalb beim aktuellen Preisniveau nicht allen Betroffenen zur Verfügung gestellt werden.
 Die neuen Gerinnungshemmer werden derzeit bei Menschen eingesetzt, die komplizierte Behandlung mit den klassischen Vitamin-K-Antagonisten nicht bewältigen können.
7. Zuverlässige Recherche Quellen für Journalisten:
Vorhofflimmern-Netz: www.kompetenznetz-vorhofflimmern.de
Deutsche Herzstiftung e.V.: www.herzstriftung.de
Stiftung Deutsche Schlaganfallhilfe: www.schlaganfall-hilfe.de
Nationale Koordinierungsstelle
für Selbsthilfegruppen: www.nakos.de
Workshop-Experten: Prof. Dr. med. Thomas Meinertz, Vorstand
Deutsche Herzstiftung e.V., Vogtstraße 50
60322 Frankfurt am Main, Telefon 069 955128-0
info@herzstiftung.de
Priv.-Doz. Dr. med. Elmar W. Busch, F.A.H.A.
Chefarzt der Klinik für Neurologie und klinische
Neurophysiologie, Evangelische Kliniken Gelsenkirchen
Munckelstr. 27, 45879 Gelsenkirchen
busch@evk-ge.de
Workshop-Moderatoren: Prof. Dr. Christoph Fasel, Direktor ifv, Bussardweg 7, 72076 Tübingen
christoph.fasel@institut-verbraucherjournalismus.de
Dr. med. Ulrike Hennemann, Chefredakteurin
Medical Tribune, Unter den Eichen 5, 65195 Wiesbaden ulrike.hennemann@medical-tribune.de
8. Ansprechpartner Boehringer Ingelheim GmbH
María Isabel Rodríguez Fernandéz, Pressereferentin
Corporate Department Media & PR
Binger Straße 173, 55216 Ingelheim
maria_isabel.rodriguez_fernandez@boehringer- ingelheim.com