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21.03.2018

Abfall in Beton reduziert Überschwemmungsgefahr

Abfall in Beton reduziert Überschwemmungsgefahr

Faserverstärkte Kunststoffe machen Stoff durchlässig für Regenwasser
Regenwasser rinnt dank des neuen Verfahrens durch porösen Beton (Foto: wsu.edu)
Regenwasser rinnt dank des neuen Verfahrens durch porösen Beton (Foto: wsu.edu)

Pullman (pte002/02.03.2018/06:05) - Forscher der Washington State University http://wsu.edu mischen faserverstärkte Kunststoffe in zerkleinerter Form unter Beton, der sich dann als Belag für Fußwege verwenden lässt. Der Clou: Dadurch wird die Decke porös, sodass Regenwasser zumindest teilweise in den Boden sickern kann. Die zunehmende Gefahr von Überflutungen bei Starkregen wird somit reduziert.

Produktionsabfälle von Boeing

Zwar versickert nicht der gesamte Regen, vor allem nicht dann, wenn es wie aus Eimern gießt. Doch die Kanalisation, die die Wassermassen in solchen Fällen oft nicht mehr fassen kann, wird entlastet. Schon jetzt setzen viele Städte in den USA auf wenig befahrenen Straßen und auf Parkplätzen porösen Beton ein. Doch der ist nicht sonderlich haltbar.

Da kommen die Dozenten Karl Englund und Somayeh Nassiri vom Lehrstuhl für Bau- und Umwelt-Engineering ins Spiel. Sie mischten zershredderte Produktionsabfälle aus der Bauteilefertigung von Boeing unter Beton. Sie setzten mechanische Mühlen ein, um die Reste aus Kohlenstofffaser-Verbundwerkstoff (CFK) auf die in Experimenten ermittelte optimale Größe zu bringen.

Bessere Haltbarkeit und Festigkeit

Der Zuschlagstoff verbesserte die Haltbarkeit und auch die Festigkeit des porösen Betons. "Die Qualität entspricht der von normalem Beton", sagt Nassiri. "Und das Wasser sickert sehr schnell hindurch." Die Zuschlagmengen seien so groß, dass es sich für Recycler lohne, das Material zu zerkleinern, sodass es von der Industrie genutzt werden kann, so die Forscher.

"Wir haben es mit Abfall zu tun. Da geht es nicht an, dass man eine Menge Geld in die Hand nehmen muss, um ihn zu nutzen. Der Schlüssel ist, den Energieverbrauch und die Kosten zu minimieren", ergänzt Englund. Das sei mit dem neuen Verfahren gelungen. Jetzt suchen die Forscher konkrete Anwendungen für ihre Innovation, denn bisher gibt es nur Laborerfahrungen.