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16.04.2018

Dank Nanotechnik: Forscher produzieren Wasserstoffperoxid sicherer

Wasserstoffperoxid ist eine sehr reaktionsfreudige Substanz, die in der chemischen Industrie nicht entbehrlich ist und in großen Mengen benötigt wird. Bisher musste sie sehr aufwending produziert werden. Dazu der folgende Artikel:


Forscher produzieren Wasserstoffperoxid sicherer

Neues Verfahren ist viel kostengünstiger und deutlich ungefährlicher
Im Labor: Forscher reduzieren Gefahren (Foto: pixelio.de, Paul-Georg Meister)
Im Labor: Forscher reduzieren Gefahren (Foto: pixelio.de, Paul-Georg Meister)

Florenz (pte002/11.04.2018/06:05) - Forscher des Istituto di Chimica dei Composti Organo Mettallici http://www.iccom.cnr.it haben zusammen mit Kollegen des ebenfalls zum Nationalen Forschungsrat CNR gehörenden Istituto dei Materiali per l'Elettronica ed il Magnetismo http://www.imem.cnr.it ein innovatives Verfahren zur Herstellung von Wasserstoffperoxid entwickelt. Die Methode gilt als kostengünstiger und arbeitstechnisch sicherer als die bisher üblichen Verfahren.

Keine Explosionsgefahr mehr

Ausgangspunkt ist ein elektrochemischer Katalysator aus einem mit Nanopartikeln modifizierten Kohlenstoff, der im Gegensatz zu anderen Kohlenstoffen äußerst selektiv und weniger energieaufwendig arbeitet. "Anders als bei der herkömmlichen Verwendung von Anthrachinon als Katalysator nutzen wir Wasser und Sauerstoff als Reagenzien", erklärt Projektleiter Paolo Fornasiero. Dadurch werde die sonst beim Einsatz von Wasserstoff entstehende Explosionsgefahr vermieden. Zudem seien wegen der Abwesenheit von Metallen keine unerwünschten chemischen Reaktionen zu befürchten.

Wasserstoffperoxid gilt als wirksames Desinfektionsmittel und wird auch als Inhaltsstoff bei der Waschmittel-Herstellung sowie zum Bleichen in der Textilindustrie genutzt. Die neue Methode kommt ohne Palladium aus. "Angesichts der kostengünstigen und nachhaltigen Herstellungsweise könnte Wasserstoffperoxid auch zur Reinigung industrieller Abwässer oder als Desinfektionsmittel im Gesundheitswesen von ärmeren Ländern genutzt werden", so der italienische Wissenschaftler abschließend. Die Studie wurde mit Experten der Università di Triest http://units.it durchgeführt. Details sind in der Fachzeitschrift "Chem" nachzulesen.